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Jeans Herstellung: wie entsteht eine Jeanshose?

Die Jeans Herstellung lässt sich gar nicht so einfach erklären, denn es ist ein ziemlich aufwendiger Prozess, bis aus Baumwolle vom Baumwollfeld die fertige Jeanshose für den Kleiderschrank entstanden ist. Es werden zahlreiche Arbeitsschritte, viele Arbeitskräfte und neben Rohstoffen auch einige Hilfsmittel benötigt.

Im Rahmen der Globalisierung wird der Stoff oftmals an einem anderen Ort gefertigt, als die beliebte Hose selbst. Es wird mehrere Male exportiert und importiert, bis die Markenjeans im Boutiqueregal zum Verkauf bereitliegt. Trotz ihres Kultstatus gilt die Jeanshose aber nicht nur als eine modische Hose, die in keinem Kleiderschrank fehlen sollte, sondern auch als ein bequemes und robustes Beinkleid, das lange hält.

Wussten Sie eigentlich, dass die Jeanshose zwar aus Amerika stammt, aber von einem deutschen Auswanderer erfunden wurde? Sein Name war Levi Strauss und die auch heute noch bekannte Jeansmarke Levis entstammt seinem Erfindungsgeist und seinem Blick für die Sorgen und Nöte der Goldgräber (siehe Jeans Geschichte).

Rohstoff der Jeans Herstellung: Baumwolle

Während Levi Strauss, der als Stoffhändler angefangen hatte, in der Anfangszeit die Arbeiterhose noch aus Segeltuch fertigte, entschied er sich schon bald für ein Baumwollgewebe aus Nîmes in Frankreich. Der Stoffname Denim war geboren. Aber bevor die Baumwolle zu Stoff verarbeitet werden kann, muss sie erst geerntet werden.

Heute sind die größten Baumwollerzeuger in China, Indien und den USA:

  • Auf riesigen Feldern werden die Baumwollpflanzen gezüchtet.
  • Jeans HerstellungWenn aus den reifen Kapseln die Baumwollflöckchen sprießen, haben sie drei Tage Zeit um sich zur vollen Blüte zu entwickeln, dann werden sie geerntet.
  • Die Ernte erfolgt in reichen Ländern wie der USA mit großen Erntemaschinen. In den armen Ländern, wo die menschliche Arbeitskraft billig ist, wird die Baumwolle von Hand gepflückt.
  • Zur Weiterverarbeitung werden die circa 10 bis 56 Millimeter langen Baumwollfäden in die Spinnerei gebracht.

Leider werden auch heute noch auf den Baumwollfeldern viele Pestizide gespritzt, um die Ernte nicht zu gefährden. Außerdem liegt der Wasserverbrauch für die Baumwollpflanzen relativ hoch. Wenn Sie die starke Umweltbelastung vermeiden möchten, sollten Sie beim Jeanskauf darauf achten, dass schon der Rohstoff für Ihre Hose umweltverträglich angebaut wird.

Die besten Jeansshops im Vergleich

Färben und Weben der Jeans

Ist die Baumwolle geerntet, kann noch nicht mit dem Weben des Stoffes für die Herstellung der Jeanshose begonnen werden. Denn im Gegensatz zu den üblichen Verfahren wird nicht der fertige Baumwollstoff gefärbt, sondern das zum Weben verwendete Garn. Nur dadurch erhält der Jeansstoff sein markantes Aussehen.

Wenn Sie sich an den Handarbeitsunterricht in der Schule erinnern, wissen Sie vielleicht noch, dass es beim Weben den sogenannten Kettfaden und Schussfaden gibt. Der Kettfaden ist der Faden, der auf dem Webstuhl oder Webrahmen eingespannt wird. Den Schussfaden zieht der Weber über und unter dem Kettfaden durch.

  1. Beim typischen Jeansstoff ist der Kettfaden naturbelassen, also weiß.
  2. Der Schussfaden dagegen ist blau gefärbt.
  3. Würde der Stoff im Ganzen gefärbt, wäre er einheitlich blau. Dadurch, dass aber das Garn farbig ist, also nur der Schussfaden in Blau verwendet wird, erhält der Jeansstoff seinen typischen Look.

Während früher die allerersten Jeanshosen noch nach der Leinenbindung gewebt wurden, wird der Denimstoff mittlerweise längst standardmäßig in Köperbindung gewebt. Dadurch ist das Gewebe noch stabiler und es entsteht ein diagonales Webmuster. Weil der Stoff beim Waschen eingeht, wird er normalerweise vor der Weiterverarbeitung vorgewaschen.

Vom Stoff zur Jeanshose

Ist der Stoff gewoben, geht es in den nächsten Schritt der Herstellung. Die Hose wird von vielen Näherinnen genäht. Viele Hersteller haben diesen Produktionsschritt in ärmere Länder verlegt, weil dort die Arbeitskräfte billiger sind. Sie können aber auch Jeanshosen aus nachhaltiger, sozialverträglicher Herstellung erwerben.

  • Zunächst werden nach den vorgefertigten Schnittmustern alle Einzelteile der Hose, von den kleinen Gürtelschlaufen bis hin zum großen Vorder- und Rückenteil, ausgeschnitten und genäht.
  • Jede Näherin hat ihren eigenen Aufgabenbereich und erstellt entweder den ganzen Tag lang Hosentaschen oder sie näht immer nur Hosenbeine zusammen.
  • So wird jeder Nähvorgang automatisiert und geht der Schneiderin schneller von der Hand. Sollte eine Näherin eine komplette Jeanshose fertigen, so bräuchte selbst die flotteste Schneiderin dazu drei Stunden.
  • Wenn die letzte Näherin in der langen Kette ihre Naht beendet hat, ist eine vollständige Bluejeans entstanden, mit all ihren Einzelteilen.

Früher war mit diesem letzten Schritt die Herstellung beendet. Seit die Hose jedoch modisch immer ausgefeilter wird und mit unterschiedlichen Waschungen, Mustern, Styles und Prints zu erhalten ist, kommt ein weiterer Schritt in der Herstellung der Jeanshose hinzu: die Veredelung.

Jeans Herstellung

Feinschliff der Jeans Herstellung: Veredelung

Weil Jeanshose nicht gleich Hose ist, wird das Beinkleid anschließend veredelt:

  • Das heißt, wenn Sie die stylishe Denimhose stonewashed bevorzugen, wird die ehemalige Arbeiterhose mit vielen Bimssteinen in die Waschmaschine gegeben und dort solange gewaschen, bis sie den typisch fleckig-weißen Look aufweist.
  • Wenn Sie eine elegante Jeanshose bevorzugen, wird sie mit Strasssteinchen und/oder Schleifchen versehen.
  • Kinderjeans bekommen ein Mickey Mouse Bild aufgedruckt.
  • Die "Destroyed Denim" wird solange gefeilt und gebürstet, bis sie die gewünschten Löcher aufweist.

Weil auch zur Veredelung der beliebten Hose viel Wasser und Chemie notwendig ist, haben sich zumindest in Deutschland schon einige Kunden entschlossen Jeanshosen nur aus nachhaltiger Herstellung zu erwerben.

Hat die Hose schließlich ihre gewünschte Veredelung erhalten, läuft sie durch die Endkontrolle. Dabei wird festgestellt, ob bei dem langwierigen Herstellungsprozess alles geklappt hat und Form, Farbe und Optik so sind, wie gewünscht. Dann wird sie ladenfertig verpackt. Wenn die Jeanshose Fehler aufweist, wird sie aussortiert und als zweite oder dritte Wahl verkauft.

Nachdem Sie jetzt die vielen Einzelschritte der Herstellung kennen, werden Sie Ihre Lieblingshose sicher mit ganz anderen Augen betrachten. Auch wenn Sie Ihre Herren- oder Damenjeans vielleicht bei einem Schnäppchen-Angebot ergattern können, bedenken Sie, dass die Anfertigung der modischen Hose nicht nur die Umwelt belastet, sondern auch häufig zur Ausbeutung armer Länder beiträgt.

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